Neues Technisches Gymnasium in Bonnevoie Luxembourg

Planung 2019 - 2025 Bauausführung 2026 - 2030

Das bestehende Technische Lyzeum in Bonnevoie hat mit aktuell über 2000 SchülerInnen längst seine Kapazitätsgrenze erreicht und musste bereits um eine provisorische Containerschule erweitert werden. Nach einem gescheiterten PPP Projekt wurde 2018 die Planergemeinschaft SWAA/STDM seitens der Verwaltung für öffentliche Bauten mit dem Neubau des jetzt umbenannten „Bouneweger Lycée“ auf dem angrenzenden Nachbargrundstück beauftragt.

Die Aufgabe für die Architekturbüros SWAA und STDM

Neubau eines technischen Gymnasiums für 2.200 Schüler und 200 Lehrer mit Ausbildungsschwerpunkt in einer Vielzahl von Fachbereichen und untergliedert in Werkstätten, Lehrküchen mit Restaurant, Kantine, Multifunktionsräume, interaktive Begegnungsflächen und einem Sportzentrum bestehend aus 4 Feld Sporthalle mit Kletterwand , Fitnessraum und einem Hallenbad mit 25 m Lehrschwimmbecken.

Die Aufgabenstellung umfasst darüber hinaus die Planung in BIM und Madaster mit einem Fokus auf Barrierefreiheit, geschlechtergerechtes Bauen, nachhaltige Beschaffung, Nutzungsdauer und Wiederverwendung von Materialien, sowie die Möglichkeit der Demontierbarkeit von Einzelelementen bis hin zu ganzen Bauteilen.

Die Lösung von SWAA in Kooperation mit STDM

Bedingt durch das komplexe Raumprogramm und die beengten Platzverhältnisse auf dem schräg verlaufenden Grundstück, schlagen die Architekten als Typologie einen Campus und die Gliederung in drei Gebäudeteile vor, sprich Schule, Ateliergebäude und Sportkomplex, die unabhängig voneinander genutzt werden können.

Über den Haupteingang des Sockelgeschosses gelangt man in ein großzügiges Foyer mit einer Freitreppe und Sitzgelegenheit, die auch als Auditorium für die Schulgemeinschaft dient. Von dort erreichen die SchülerInnen ein zweigeschossiges lichtdurchflutetes Atrium, das Herzstück des Gebäudes, über das alle wichtigen schulinternen Funktionen erschlossen werden, u.a. Kantine, Multifunktionsraum mit Bühne, Lehrküchen mit Restaurant, Bibliothek, Mediathek, Ludothek, Sekretariat, Aufenthaltsräume und ein Kiosk.

Das Atrium verbindet auch die beiden 4 geschossigen Gebäuderiegel, die die Clusterschule und die Klassenräume von der Sekundarstufe I bis zur beruflichen Weiterbildung für Erwachsene umfassen. Diese sind über einen kleinen Dachgarten und freitragende Passerellen auf jedem Geschoss miteinander verbunden und fördern so neben kurzen Wegen auch den interdisziplinären Austausch der SchülerInnen.

Im Süden schließt sich das freistehende Ateliergebäude an, in dem sich die Werkstätten für die Metallbearbeitung, Elektro- und Elektrotechnik sowie eine Schmiede befinden. Im Gebäude mit integriert sind auch die Müllpressen für die Abfallbewirtschaftung des gesamten Schulkomplexes.

Im Norden zur Rue Jules Fischer und zum Wohnquartier Bonneweg-Süd orientiert, befindet sich der freistehende Sportkomplex mit Außensportanlagen, der auch von örtlichen Vereinen außerhalb schulischer Aktivitäten autark genutzt werden kann.

Atelier- und Sportgebäude sind bis auf die brandschutztechnisch geforderten Einbauten in Holzbauweise konzipiert. Im späteren Ausbauzustand sollen möglichst viele Holzoberflächen der Holzmassivwände und Decken sichtbar bleiben. Die Fassaden aller Gebäude werden aus thermisch behandeltem Nadelholz gefertigt.

Die geschickte Anordnung der Gebäude ermöglicht eine vollständige und barrierefreie Durchwegung des gesamten Schulgeländes mit Campuscharakter und vielen attrativen Flächen und Aussenräumen für Begegnung und Aktivität. Die direkte Erreichbarkeit der Schule mit dem Fahrrad ist ausdrücklich erwünscht. Neben einem großen Fahrradpark um den Aussensportplatz ist im Sportgebäude gegenüber dem Haupteingang auch eine Fahrradgarage mit Tageslichtbezug integriert.